Mittwoch, 13. Februar 2019

Veranstaltungsreihe: »40 Jahre Islamische ‚Republik‘ Iran«

 »40 Jahre Islamische ‚Republik‘ Iran – kritische Beiträge zum Regimegeburtstag«
Veranstaltungsreihe in Thüringen
16. März - 26. April 2019



Schluss mit dem Appeasement!

Die Ausrufung der „Islamischen Republik Iran“ Anfang April 1979 steht als historische Zäsur für den Wandel des Islamismus von einer Massenbewegung zu einer staatlichen Ideologie. Mit  gravierenden Auswirkungen für die Bevölkerung des Irans: Frauen wurden aus dem öffentlichen Leben verdrängt und ethnische wie religiöse Minderheiten werden seitdem unterdrückt. Die Flucht ins Exil war für viele Oppositionelle die einzige Möglichkeit, um ihrer Hinrichtung zu entgehen.
Doch trotz aller Repressalien regt sich seit Ende 2017 erneut Widerstand. Ziviler Ungehorsam im Alltag, Studierendenproteste und Streiks stellen das Land auf den Kopf und bringen die Mullahs in Bedrängnis.
Den mutigen Männern und Frauen, die tagtäglich ihr Leben im Kampf gegen die Islamisten riskieren, widmen wir diese Veranstaltungsreihe und wollen auf deren gerechte Sache aufmerksam machen, auf dass das Appeasement mit dem mordenden Regime hierzulande baldigst sein Ende finden möge!

Link zur FB-Veranstaltung der kompletten Reihe: https://www.facebook.com/events/376081239875230/


»40 Jahre Frauentagsdemo in Teheran – Zur heutigen Situation von Frauen im Iran«
Vortrag mit Fathiyeh Naghibzadeh (Mideast Freedom Forum)

„Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sondern universell!“ - So lautete der Schlachtruf unter dem sich am 08.03.1979 spontan zehntausende Frauen und Mädchen auf den Straßen Teherans versammelten, um gegen das allgemeine Verschleierungsgebot zu demonstrieren, welches die neuen islamistischen Machthaber kurz zuvor beschlossen hatten.
Die Veranstaltung soll an diese feministischen Vorkämpferinnen erinnern und über die aktuelle Situation von Frauen unter dem islamistischen Regime informieren.

Erfurt: RedRoxx (Pilse 29) // 16.03.19 // 18 Uhr


»Akteure der „Islamischen Revolution“ und ihre ideologische Grundlage«
Vortrag mit Dr. Farshid Feridony
(in Kooperation mit dem Fachschaftsrat Geschichte)

Die letztlich siegreichen Islamisten unter Ajatollah Chomeini waren keineswegs die einzigen Kräfte, welche sich an der Revolte gegen die Monarchie beteiligten. Auch "kommunistische" Gruppen waren an diesem Umsturz involviert. Die sogenannte "Islamische Revolution" kann darum als ein „aktiver Konsens“ zwischen traditionell antiimperialistischen Linken und Islamisten zur Errichtung der islamischen Republik bezeichnet werden.
Im Vortrag sollen die internationalen Zusammenhänge und die Ideologie der verschiedenen Akteure beleuchtet werden, welche zu diesem gesellschaftlichen Umwälzungsprozess im Iran führten.

Jena: Universität (Carl-Zeiss-Str. 3, HS 7) // 19.03.19 // 18:30 Uhr


»Die Iran-Lobby in Deutschland und die Situation der Exil-Opposition«
Vortrag mit Dr. Kazem Moussavi (Green Party of Iran)

Kritiker_innen des Regimes müssen im Iran um ihr Leben fürchten. Die Opposition ist gezwungen im Untergrund zu arbeiten. Vielen bleibt letzlich nur die Flucht ins Exil. Gleichzeitig werden eben dort die Funktionäre und Lobbyisten des Regimes bis in höchste Regierungskreise hofiert.
Kazem Moussavi wird in seinem Vortrag über die politischen und ideologischen Einflüsse des iranischen Regimes in Deutschland und die Situation von Exil-Oppositionellen berichten.

Erfurt: RedRoxx (Pilse 29) // 28.03.19 // 19 Uhr

Saalfeld: Haskala (Saalstr. 38) // 29.03.19 // 19 Uhr

Gera: „DIE LINKE“ (Markt 12a) // 30.03.19 // 19 Uhr


»Iranischer Imperialismus, antiimperialistischer Egalitarismus«
Vorstellung des Beitrags aus dem Sammelband „Freiheit ist keine Metapher“ mit Anastasia Iosseliani
(in Kooperation mit dem Fachschaftsrat Geschichte)

Die Mullahs machen keinen Hehl daraus über die Unterstützung anderer Islamisten den Export der islamischen Revolution anzustreben. Parallel dazu liefert man sich seit Jahren einen blutigen Stellvertreterkrieg über die Kontrolle des Jemen mit dem benachbarten Saudi-Arabien und mischt auch im Syrienkrieg kräftig mit. Der Iran ist darum als imperialistischer Aggressor zu betrachten. Nichtsdestotrotz sind es nicht zuletzt Linke, die Verständnis für das Regime einfordern.
Anastasia Iosseliani wird in ihrem Beitrag über die Kolonialvergangenheit des Iran und die Demenz bei den Linken sprechen.

Jena: Universität (Carl-Zeiss-Str. 3, HS 7) // 01.04.19 // 18:30 Uhr  (Ausgefallen wegen Krankheit)

Jena: Seminarraum im Historischen Institut (Fürstengraben 13) // 22.04.19 // 19.00 Uhr (Nachholtermin)


»Wirtschaftsbeziehungen Iran und Bundesrepublik«
Vortrag mit Ulrike Becker (Mideast Freedom Forum)

Obwohl das iranische Regime weltweiter Spitzenreiter im Verhängen von Todesstrafen ist, und dabei auch vor der Hinrichtung Minderjähriger nicht zurückschreckt, sprechen sich insbesondere die Vertreter_innen in der politischen Landschaft Deutschlands - von CDU bis Linkspartei - fast unisono gegen die Wiedereinführung von wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Regime aus.
Warum das so ist und welche ökonomischen Verflechtungen zwischen der Bundesrepublik und dem Iran bestehen, soll in diesem Vortrag geklärt werden.

Erfurt: DGB-Jugendbüro Filler (Schillerstr. 44, SR 2) // 17.04.19 // 19 Uhr


»Der Antisemitismus der Ajatollahs - Warum die EU-Politik gegenüber Teheran falsch ist und alle Parteien angesichts der iranischen Bedrohung versagen.«
Abschlussveranstaltung mit Dr. Stephan Grigat
(in Kooperation mit dem Fachschaftsrat Geschichte)

Aus ihrer Verachtung gegenüber Israel im Besonderen und der westlichen Welt im Allgemeinen macht die iranische Führungsriege keinen Hehl, weswegen das Sicherheitsrisiko eines atomar bewaffneten Regimes, welches auch ohne Massenvernichtungswaffen bereits eine aktive Expansionspolitik betreibt, für die Staatengemeinschaft der Welt eigentlich offenkundig sein sollte. Für Israel ist dieses Bedrohungsszenario existenzieller Natur, fördert der Iran doch seit Jahren antisemitische Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah und äußern Regimevertreter in regelmäßigen Abständen ganz unverhohlen ihre Vernichtungsfantasien gegenüber der einzigen Demokratie im Nahen Osten. Dennoch hält man in Europa am Atomabkommen aus der Legislaur Obamas fest und verweigert sich der neuen amerikanischen Sanktionspolitik gegenüber Teheran.
Knapp einen Monat vor den Wahlen zum europäischen Parlament wollen wir darum gemeinsam mit Dr. Stephan Grigat diskutieren, welche Fehler von Seiten der EU im Umgang mit dem Iran in der Vergangenheit gemacht wurden, wie insbesondere auch die Parteien in Deutschland an dieser defizitären Politik mitwirken und welche Zukunftsperspektiven es für ‚den Westen‘ im Umgang mit dem Regime geben könnte.

Jena: Universität (Carl-Zeiss-Str. 3, HS 7) // 26.04.19 // 18:30 Uhr

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen