Mittwoch, 8. Januar 2025

10 Jahre #jesuischarlie

In diesen Tagen jährt sich das feige islamistische Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo zum 10. mal.

Wir gedenken wie jedes Jahr den in der Redaktion ermordeten Angestellten, namentlich Frédéric Boisseau, Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Bernard Verlhac, Philippe Honoré, Georges Wolinski, Bernard Maris, Mustapha Ourrad, Michel Renaud, Elsa Cayat und Franck Brinsolaro, sowie den elf verletzten Personen. Ebenfalls gedenken wir dem Polizist Ahmed Merabet, der bei der Flucht der Täter erschossen wurde und dem verletzten Fußgänger, welchen die Täter bei ihrer Flucht angefahren hatten. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo nahm ein Komplize am 9. Januar 2015 Geiseln in einem jüdischen Supermarkt und tötete vier weitere Personen, denen ebenfalls unser Gedenken gilt: Yohan Cohen, Yoav Hattab, Phillippe Braham und Francois-Michel Saada.

Vor fünf Jahren schrieben wir in unserem Text zum Gedenkenan das Attentat: „Hinter jedem dieser Toten stehen kaputt gegangene Familien und ängstliche Angehörige; kurz jeder Tod bedeutet eine Tragödie, die Außenstehenden nicht erfahrbar gemacht werden kann. Die Attentäter haben unvorstellbares Leid über die Redaktion, aber auch über Frankreich, das Land des Laizismus und der Pressefreiheit gebracht. Dieses Klima der Angst ist auch heute noch spürbar.“

Diese Zeilen haben nach wie vor Gültigkeit. Die Ereignisse des Jahres 2015, die mit den furchtbaren Attentaten im Januar erst ihren Anfang nehmen sollten, hatten einen großen Einfluss auf unsere politische Entwicklung als Landesarbeitskreis und prägen uns - auch wenn sich die Zusammensetzung des Arbeiteskreises über die Jahre verändert hat - bis heute nachhaltig. Den Opfern des politischen Islams fühlen wir uns seither mit unserer Arbeit verpflichtet.

Die Täter, die Spott und Kritik an ihrer Ideologie nicht ertragen wollten und darum Mörder wurden, dürfen mit ihrer Tat keinen Triumpf haben. Sonst sind die Opfer von Charlie Hebdo umsonst gestorben.

Wir werden nicht aufhören das Elend des politischen Islams anzuprangern.

Nieder mit dem Islamismus & Freiheit für alle vom Islam unterworfenen Subjekte!

#jesuischarlie

Landesarbeitskreis Sisyphos

08. Januar 2025

Montag, 9. Oktober 2023

Redebeitrag: »Wer Solidarität mit Israel fordert muss auch den antisemitischen Mehrheitsislam bekämpfen!«

Manuskript der, auf der Solidaritätskundgebung der Aktionsgruppe gegen Antisemitismus Jena, am 09.10.23, gehaltenen Rede: 


Israel sieht sich aktuell mit einem schweren Überfall der islamischen Barbaren vom Islamischen Dschihad und von der Hamas konfrontiert. Hunderte Terroristen sind in das Land eingedrungen um Juden zu töten oder sie gewaltsam als Geiseln in den Gazastreifen zu verschleppen. Von dort kursieren grausige Bilder, die nicht zufällig Erinnerung an die blutige Blütezeit des Islamischen Staates wecken. Und parallel zu diesen furchtbaren Bildern aus Nah-Ost trafen sich auch hierzulande z.B. in Berlin Antisemiten auf der Straße um diese barabrischen Verbrechen als „Akt der Befreiung“ zu feiern.


Welche Befreiung man wohl im Sinn hat angesichts dahingemetzelter Raver, alter Menschen an Bushaltestellen oder gar ganzer Familien in ihren Wohnzimmern? Dem Antisemiten geht es in seinem Wahn um nicht weniger als die Befreiung der Welt vom Juden, wobei er nicht nur alles jüdische als böse, sondern gleichzeitig auch alles böse als jüdisch imaginiert.

Samstag, 7. Januar 2023

Wir lassen uns nicht einschüchtern! #JeSuisCharlie

Wir gedenken dieser Tage Frédéric Boisseau, Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Bernard Verlhac, Philippe Honoré, Georges Wolinski, Bernard Maris, Mustapha Ourrad, Michel Renaud, Elsa Cayat und Franck Brinsolaro, Ahmed Merabet, welche am 07. Januar 2015 in und an der Redaktion des Satieremagazins Charlie Hebdo von islamistischen Attentätern ermordet wurden. Außerdem gedenken wir den am 09. Januar 2015 von einem Komplizen ermordeten vier Besucher eines jüdischen Supermarktes: Yohan Cohen, Yoav Hattab, Phillippe Braham und Francois-Michel Saada.

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Antrag zum 34. LJT: Rest in Power Jina Amini!

Die folgende Erklärung reicht der Landesarbeitskreis Sisyphos zur kommenden Mitgliederversammlung der Linksjugend Thüringen als Beschlussvorschlag ein:

Rest in Power Jina Amini - Solidarität mit den Protesten im Iran!

Seit gut einem Monat gehen im Iran wieder die Massen auf die Straße. Anlass war die brutale Ermordung der erst 22-jährigen iranischen Kurdin Jina Amini, welche wegen eines nicht nach den strengen islamischen Vorgaben korrekt sitzenden Kopftuches durch die Sittenpolizei erst ins Koma geprügelt wurde und schließlich an den Folgen ihrer Verletzungen verstarb. Die folgende Protestwelle erfasste schnell das ganze Land.

Überall im Iran begannen Frauen damit ihre Kopftücher demonstrativ abzulegen und sie zu verbrennen. Streiks und Aufstände erhoben sich. „Frau – Leben – Freiheit“ - das ist die Parole der Protestierenden, nicht selten gefolgt von „Tod dem Diktator“ und „Wir wollen keine islamische Republik“. Die Forderung der Aufständigen ist damit klar: Sie wollen nicht weniger als das Ende des Mullah-Regimes, welches seit über vier Dekaden den Iran fest in seinem religiösen Würgegriff hält. Das Regime indes reagiert mit brutaler Härte auf die Demonstrationen. Hunderte wurden bisher getötet. Vor allem auf junge Frauen scheint dabei systematisch Jagd gemacht zu werden. Dabei ist es für die misogynen Schergen der islamischen Republik auch unerheblich ob eine Frau tatsächlich zu den Protestierenden gehört. Angehörige berichten von willkürlichen Hinrichtungen von auch völlig unbeteiligten Passantinnen. Das Regime, welches sich durch die erneuten Aufstände ernsthaft in seiner Existenz bedroht sehen dürfte, scheint, derart in die Enge getrieben, jegliche Anstalten seine wahre, hässliche Fratze vor der Weltöffentlichkeit verbergen zu wollen, aufgegeben zu haben.

Dienstag, 27. September 2022

Ein bisschen Wind im Haar bedeutet, dass da eine ganze Welt zu gewinnen ist.

Rede auf der Solidaritätskundgebung in Jena für Jina Amini und den Protesten im Iran am 27.09.2022

 

Einen Monat vor der Verhaftung und des Todes von Jina Amini veröffentlichte die in Beirut lebende TAZ-Korrespondentin Julia Neumann in selbiger Zeitung einen saublöden Kommentar zum Thema Frauenrechte im Nahen Osten. Er hieß “Das bisschen Wind im Haar” und die Autorin befand darin, dass die Anti-Kopftuch-Proteste von Exil-Iranerinnen ein Ausdruck westlicher Ideologie seien. Aus besagtem Idiotenartikel möchten wir euch, bevor es zum eigentlichen Thema des Redebeitrages zurückgeht, ein paar Takte zitieren, weil sie eine Geisteshaltung illustrieren, die zum Thema Islam – leider – überall in Deutschland irgendwo so oder so ähnlich von irgendeinem Trottel als Meinung vertreten wird. Die meisten schreiben nur nicht für die TAZ. Frau Neumann schreibt also u.a.: "Die Vorstellung des Kopftuchs als Gradmesser von Freiheit wurde vom Westen erst populär gemacht. Und sie ist verdammt gefährlich. [...] Klar, dass auch konservative, rechte Medien auf den Diskurs aufspringen. Schaut, wie die Mullahs ihre Frauen unterdrücken! Dabei lassen sie gerne unerwähnt, dass auch Männer einem Kleidungszwang im Iran unterlegen sind: Auch sie sollen ihre Knie und Schultern verdecken."

Verdammt gefährlich – das ist es wohl aktuell vor allem für die mutigen protestierenden Menschen im Iran. Seit dem Mord an der 22-jährigen Jina Amini, steht die Islamische Republik Kopf. Amini war von der Moralpolizei wegen “Bad Hijab” verhaftet worden. Sie starb an den Folgen der Prügel im Zuge der Verhaftung. Amini wurde wohlgemerkt zu Tode geschlagen, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, nicht etwa, weil es fehlte. Wie viele Männer im Iran bereits wegen eines entblößten Knies ermordet wurden, wird hingegen wohl erst noch durch die Recherchearbeit einer Frau Neumann herauszufinden sein. 

 

Seit dem Tod von Jina Amini toben in der gesamten Islamischen Republik wütende Proteste. Wir sind heute hier, weil wir an die mutigen Menschen im Iran denken, die seit Tagen gegen das islamische Regime auf die Straße gegangen sind und weil wir wollen, dass kultursensible Idioten wie Frau Neumann und andere, die seit Jahren nicht müde werden die islamische Verschleierung und das hinter ihr stehende islamische Frauenbild zu verharmlosen, sich schämen.

Denn während in Deutschland allgemein hinter der Kritik am Kopftuch mindestens von den hiesigen Linksliberalen böser islamfeindlicher Rassismus gewittert wird, reißen sich seit Tagen mutige Iranerinnen auf den Straßen des ganzen Landes ihre Kopftücher runter und zünden diese nicht selten an. In Deutschland ist einem das Kopftuch dagegen ein liebgewonnenes Antirassismus- und Diversity-Symbol geworden, so ziert es nicht umsonst um die genannte Signalwirkung bemüht unter anderem bis heute das Logo des Thüringer Frauen*kampftagsbündnisses. Doch das ist nicht mehr als eine Fußnote. Wir vom Landesarbeitskreis Sisyphos möchten den traurigen Anlass des Todes von Jina Amini nutzen um – erneut – über das stoffgewordene Frauengefängnis zu reden: Das islamische Kopftuch und über seine Funktion und Legitimierung. Deshalb werden wir mit einem kurzen Exkurs zur islamischen Geschlechterapartheid beginnen.

 

Dienstag, 19. Juli 2022

Solidarität mit der AG Antifa

Trotz der breiten Solidaritätsbekundungen, welche der von Auflösung bedrohte AK Antifaschismus des Studierendenrates der Universität Halle-Wittenberg seit November vergangenen Jahres erhalten hatte, hat eine verstockte Mehrheit des StuRa am 18.07.22 unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 20 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und mit 4 Enthaltungen das Ende des Arbeitskreises beschlossen. Wie bei unserer eigenen (aktuell vor dem Schiedsgericht verhandelten) Auflösung, bildeten auch bei dem AK Antifaschismus aus Halle unbegründete Vorwürfe der Transfeindlichkeit und des Rassismus den Anstoß für das Auflösungsverfahren.

Freitag, 15. April 2022

Ein vorläufiges Schlusswort.


Liebe Genossinnen und Genossen,

wie viele von Euch sicherlich schon gehört haben, hat das 33. Landesjugendtreffen die Auflösung unseres Landesarbeitskreises beschlossen. Auch wenn wir gegen diese Entscheidung Widerspruch einlegen werden, endet damit bis zur Entscheidung der Schiedskommission vorläufig unsere Arbeit. Höchste Zeit also ein kleines Resümee über unser Wirken zu verfassen.

Fangen wir ganz von vorne an... Der Landesarbeitskreis bildete sich im Dezember 2016 aus den Überresten einer alten Vorgängerstruktur. Zeitlich fiel unsere Gründung mit verschiedenen, uns politisch stark prägenden, Ereignissen zusammen.

Nach der anfänglichen Empörung über die Pro-Palästina-Demonstration 2014 in Essen, deren Teilnehmer bundesweite Schlagzeilen durch antisemitische Ausschreitungen machten, beschloss der Bundeskongress 2015 seine erste Positionierung gegen Antisemitismus. Die tatsächlichen konkreten Konsequenzen, welche auch wir uns mit diesem Beschluss erhofft hätten, blieben jedoch aus. Vielmehr zeigte sich schon bald, dass die Verbandsmitte im Zweifel nicht für Antisemitismus sensibilisiert war: Bereits 2016 wählte der Bundeskongress mit Daniel Kerekeš einen der Organisatoren von Essen in den Verbandsvorstand. Skandal? – Fehlanzeige. Die Zentristen erhofften sich von seiner Wahl den mitgliederstarken, sich selbst als antiimperialistisch bezeichnenden, LV NRW besser in den Verband einbinden zu können und offenbarten damit, wie ernst es ihnen tatsächlich mit „Gegen jeden Antisemitismus“ war. Die Inaktivität des BAK Shalom tat ihr übriges dazu bei, dass ein entschiedener Aufschrei aus dem Verband über diese katastrophale Personalentscheidung ausblieb.

Im Zuge der islamistischen Attacken auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo und dem pro-zionistischen Nachtclub Bataclan im Jahre 2015 wurde für uns zudem immer deutlicher, dass die Kritik am politischen Islam ein blinder Fleck der Linken war. Doch mehr noch: Kritik am Islam war explizit unerwünscht. Eine Initiative aus Sachsen-Anhalt auf dem Bundeskongress 2017 eine Positionierung gegen Islamismus zu erreichen wurde von der Verbandsmitte mit aller Kraft blockiert. Es war schließlich ein durch uns erstellter und gemeinsam mit dem – auch durch unseren Einsatz reaktivierten – BAK Shalom eingebrachter Antrag, welcher im Folgejahr eine knappe Mehrheit auf dem Bundeskongress fand und die erste und einzige Beschlusslage zu Islamismus bildet. In diesem heißt es unter anderem: „Die Linksjugend spricht sich gegen den Versuch aus, jede Kritik am politischen Islam pauschal als Rassismus zu brandmarken.“

In den Jahren seit unserer Gründung 2016 haben wir neben dieser auch weitere wichtige Verbandspositionen erstritten. Erwähnen wollen wir die Positionierung zur Islamischen Republik Iran (BuKo 2019) und gegen das islamische Kopftuch (LJT 2017). Wir hielten Vorträge zur Einführung in eine linke Islamkritik in mehreren Städten, u.a. in Jena, Halle, Leipzig, Magdeburg und Oldenburg. Wir organisierten selbst Veranstaltungen, unter anderem eine große Vortragsreihe 2019 zu 40 Jahren islamische Republik Iran. Darüber hinaus waren unsere Mitglieder Referenten bei verschiedenen Verbandsveranstaltungen, zum Beispiel über Feminismus, Geschichte der Antifa und zur Einführung in marxistische Gesellschaftskritik. Einen Großteil unserer Arbeit bildete stets das Schreiben von Texten und das Kommentieren aktueller politischer Ereignisse zu unserem Hauptbeschäftigungsfeld – der Kritik des politischen Islams. Darum waren wir in der Vergangenheit auch schon oft das Ziel von verbalen Attacken, Drohungen und autoritärer Auflösungsfantasien. Mit der letzten hat man nun (fürs Erste) Erfolg gehabt.

Wie konnte es dazu kommen? Über die Gründe, welche zur Annahme des Auflösungsantrages führten, können wir letztlich nur spekulieren. Der Antrag überraschte uns selbst wenige Tage vor der Mitgliederversammlung. Eine Chance darauf zu reagieren war weder gegeben noch durch die Antragsteller angedacht. Andere Termine hinderten uns zudem an der Teilnahme, weshalb auch die Debatte über unsere Auflösung komplett in unserer Abwesenheit durchgeführt wurde. Wir hatten es ehrlich nie in Betracht gezogen, dass dieses Verfahren in so einer Form durchgeführt werden könnte und sind uns sicher, dass dies noch vor wenigen Jahren im Jugendverband auch nicht möglich gewesen wäre. Unter Genossen finden wir diesen Umgang schlicht inakzeptabel.

Gleichzeitig müssen wir uns fragen wie es passieren konnte, dass eine Zweidrittelmehrheit einen Antrag angenommen hat, dessen Mangel an argumentativer Stärke nur noch durch seinen schlechten sprachlichen Stil geschlagen wird. Ohne Frage hat die Covid-19-Pandemie zu einem Knick in unserer Aktivität in den Verband hinein geführt. Seit dem ersten Lockdownjahr hat der LAK kaum Veranstaltungen mehr durchgeführt und sein Engagement innerhalb des Landesverbandes zurückgefahren, was sich rückblickend wohl als Fehler erwiesen hat. Anders lässt sich nicht erklären wieso selbst in unserer politischen Heimat Stimmen derart die Oberhand gewinnen konnten, welche in der Ablehnung einer Weltanschauung verrückterweise meinen Rassismus zu wittern.

Abgesehen von diesem nachzuholenden Versäumnis, einigen unerledigten Projekten und der Zuversicht mit einem Widerspruch erfolgreich zu sein, sehen wir uns momentan an einem Scheideweg: Braucht es Sisyphos im Jugendverband eigentlich noch?

Es gibt gute Gründe welche trotz alledem für eine Bejahung dieser Frage sprechen: Der Antisemitismus-Beschluss von 2015 steht derzeit massiv unter Beschuss. Erst kürzlich beschloss der Landesverband Berlin einen Antrag, welcher ganz explizit als Angriff auf die Beschlusslage – und als antisemitisch – aufzufassen ist. Auch Personen aus dem Marx21 Umfeld arbeiten seit längerem schon an einer Abschaffung der bestehenden Position. Gleichzeitig hat die Verbandsmitte seit Jahren eine Debatte zur Klärung verschleppt, sodass auch ein von uns mitverfasster Antrag, welcher den Beschluss inhaltlich nachschärfen wollte und Konsequenzen für antisemitisches Handeln fordert, seit dem BuKo 2019 auf Eis liegt.

Zudem vertreten wir die feste Überzeugung, dass die Frage, wie Linksjugend ['solid] und DIE LINKE zum Islam stehen, letztlich maßgeblich über ihre weitere Existenz entscheidet. Eine Linke, die aus falscher Rücksichtnahme keine Kritik an einer reaktionären Ideologie wie dem Islam zu üben bereit ist, macht sich selbst überflüssig. Mehr noch: Diese Linke verrät universelle Werte, ja sie erteilt dem Sozialismus, der für sie nicht mehr als eine hohle Phrase darstellt, eine Absage und leistet islamistischen Menschenfeinden Schützenhilfe, indem sie kritische Stimmen – egal ob sie wie in unserem Fall im eigenen Verband oder aus der migrantischen oder ex-muslimischen Community stammen – aus der Debatte tilgt.

Trotz dieser guten Argumente für ein Weitermachen haben wir uns entschlossen die Frage, ob und in welcher Form wir unsere Arbeit fortsetzen werden, zu einem späteren Zeitpunkt – nach dem anstehenden Schiedsverfahren – klären zu wollen. Wir schauen dabei mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die vergangenen Jahre zurück. Als Landesarbeitskreis wollen wir darum die Gelegenheit nutzen und allen danken, die unsere Arbeit als Referenten, Veranstalter oder Weggefährten in dieser Zeit begleitet haben. Unter anderem: Stephan Grigat, Justus Wertmüller, Felix Riedel, Kazem Moussavi, Fathiyeh Naghibzadeh, Ulrike Becker, Farshid Feridony, Naida Pintul, dem Mideast Freedom Forum, Dissens – Antifaschistische Gruppe Erfurt, Association Progrès, Aktionsgruppe gegen Antisemitismus Jena, dem ASTA der Uni Oldenburg, BAK Shalom, Linksjugend Sachsen-Anhalt, Linksjugend Halle, Linksjugend Leipzig (vor dem Ausschluss der RadikalfeministInnen).

Außerdem danken wir ausdrücklich allen, die uns privat wie öffentlich in den letzten Wochen ihre Solidarität und Unterstützung bekundet haben, ebenso wie den aufrechten Genossinnen und Genossen unseres Landesverbandes, welche sich bis zuletzt gegen unsere Auflösung aussprachen. Schön zu sehen, dass Sisyphos' Arbeit wohl doch nicht ganz unsinnig ist.

Es war uns eine Freude. Macht's gut & auf Wiedersehen.

Ihr werdet sicherlich nicht zum letzten Mal von uns gehört haben.


Euer Landesarbeitskreis Sisyphos

Sonntag, 13. März 2022

Der Krieg in der Ukraine und die antiimperialistische Linke

Eine Bestandsaufnahme.

Spätestens mit dem Untergang Afghanistans vor der untätigen Weltöffentlichkeit scheint die Zeit der starken Männer und Autokraten (wieder) angebrochen zu sein. Diese wähnen sich in der Sicherheit, von einem passiven Westen unberührt, tun und lassen zu können was sie möchten. Die Abkehr vom Interventionismus führte, anders als jahrelang gepredigt, nicht zu einem Zustand des gegenseitigen Einverständnisses in weltfriedensbewegter Eintracht. Ganz im Gegenteil: Allen Bemühungen um Passivität zum Trotz - Es herrscht Krieg in Europa

Freitag, 5. November 2021

Das Problem heißt: Islam(ismus)!

Erklärung des LAK Sisyphos zur Schändung der Frauenbergkirche in Nordhausen durch einen afghanischen Islamisten.

Am 28. Oktober ereignete sich ein islamistischer Vorfall in der kleinen nordhäuser Frauenbergkirche, dessen präzise Benennung jedoch aktuell von Medien und unkritischer Öffentlichkeit tunlichst vermieden wird. Was hat sich an jenem Donnerstag in Nordhausen zugetragen? Ein 25-jähriger aus Afghanistan stammender Moslem entfernt Mobiliar und Einrichtungsgegenstände aus der Kirche, wobei er eine Vitrine aufbricht und das Altarkreuz herunterreißt. Dabei wird auch die mittelalterliche Jesusfigur zerstört. Auf seine Tat vom Pfarrer angesprochen begründet der Mann sein Handeln mit seiner islamischen Überzeugung. Er halte den christlichen Glauben für einen Fehler und sehe sich dadurch berechtigt einzugreifen. Der Täter wird während des Gespräches als auffallend unaufgeregt und gefasst bezeichnet, sogar von weiteren Räumarbeiten lässt er bereitwillig ab um seinen Standpunkt darzulegen. Die von einer scheinbar weniger diskussionswilligen, dafür aber vernunftbegabten, Sekretärin herbeigerufene Polizei spricht schließlich ein Hausverbot und einen Platzverweis für den jungen Afghanen, der sich seit 2015 in Deutschland aufhält, aus.

Montag, 17. Mai 2021

Redebeitrag: »Wer nicht über den antisemitischen Mehrheitsislam reden will, soll zu Auschwitz die Fresse halten.«


 

Redemanuskript:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen, 

zwischen Nationalsozialismus und Ummasozialismus besteht eine Ähnlichkeit, die dieser Tage deutlicher als sonst sowieso schon, zutage tritt. Historisch eint die beiden Ideologien vor allem der eliminatorische Judenhass, der dem Nationalsozialismus als das Wesensmerkmal schlechthin gilt. Der Nationalsozialismus und die Shoa sind der letztgültige Grund, weshalb es den Staat Israel geben muss. Die historische Lehre aus dem Nationalsozialismus ist, dass sich kein Land der Welt so zuverlässig um die Sicherheit der Juden gekümmert hat, wie die Juden dies selbst getan haben.

Wenn Israel unter Beschuss steht, dann ist es in der politischen Elite an der Tagesordnung sich ein Lippenbekentniss für den Juden unter den Staaten abzuringen. Heiko Maas, der sonst für viel Verständnis mit der antisemitischen Republik Iran zeigt und das Regime hofiert, zeigt sich solidarisch, nicht ohne - wie bei ihm üblich - sich an „beide Seiten“ zu wenden und „beide Seiten“ zur Deeskalation aufzurufen. Annalena Charlotte Alma Baerbock von den Grünen, stellte auch klar, dass sie zu Israel stehe. Wie genau das gemeint war, konnte man kürzlich in einem „Jung und Naiv“ Video sehen, in dem sie zu Protokoll gab, dass es unter ihrem Regiment keine U-boote für Israel gebe, da man in „Krisenregionen keine Waffen verkaufe, das mache man nicht.“ So doppelzüngig ist die deutsche Israelpolitik. Wenn es knallt, laufen die Phrasenautomaten der Sozialdemokraten, der Linken und der Konservativen, sowie der Ökobourgeoisie warm. Nur um hintenrum das zu tun, was sowieso hip und Phase ist, nämlich wohlmeinende Israelkritik. Und zwar immer mit Verweis auf den Zweiten Weltkrieg.

Freitag, 10. Januar 2020

Thank you, Mr. President!

Der Konflikt zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich in der letzten Woche zugespitzt. Begonnen hatte alles am Silvestertag mit dem Sturm auf das amerikanische Botschaftsviertel in Bagdad durch pro-iranische Islamisten. Zuletzt wurden durch den Iran dutzende Raketen auf amerikanische Militäreinrichtungen im Irak gefeuert. Bei diesem Angriff soll es sich von iranischer Seite her jedoch nur um ein kleines Vorspiel gehandelt haben, der wirkliche Angriff – Rache für den am 03. Januar 2020 durch einen US-Drohnenangriff getöteten Generalmajor der Pasdaran und Kommandeur der Al-Quds-Brigaden Qasem Soleimani – soll erst noch kommen.
Fragt man die deutsche und europäische Öffentlichkeit ist der Verantwortliche für diese aktuelle Zuspitzung schnell ausgemacht: Es ist natürlich der amerikanische Präsident, die Massenprojektionsfläche des friedliebenden Volkszornes, Donald Trump. Von einer leichtfertigen Kriegserklärung war da die Rede, von einem Flächenbrand, der zunächst den Nahen Osten weiter ins Chaos stürzen würde, der aber auch das Potenzial besäße sich zum Beginn des Dritten Weltkrieges auszuweiten. Wir wollen in den Chor plumper Trump-Kritik nicht einstimmen, sondern uns ganz nüchtern mit den folgenden Fragen beschäftigen:
Wer waren die durch den Drohnenangriff Getöteten? War der Militärschlag tatsächlich eine Kriegserklärung an den Iran, oder gingen ihm Ereignisse voraus welche den Einsatz solcher Mittel rechtfertigen könnten? Wie reagiert die demokratische Opposition in den betroffenen Ländern des Nahen- und Mittleren Ostens auf den Vorfall und auf welche Seite stellt sich hier eigentlich die deutsche Linke?

Dienstag, 7. Januar 2020

5 Jahre nach Charlie Hebdo - Aufruf zum Karikaturwettbewerb!

Heute jährt sich zum fünften mal das feige islamische Attentat auf das Satiremagazin Charlie Hebdo.
Der Anschlag steht exemplarisch für die Unfähigkeit des Islams Kritik an seiner Sache zuzulassen und über sich selbst zu lachen. Er markiert die Gewaltbereitschaft seiner Anhänger, das Leben anderer, als Störenfriede gebrandmarkte Menschen auszulöschen. Diese Bedrohung ist geblieben, zahlreiche Islamkritiker stehen unter Polizeischutz. Die islamische Welt ist nach wie vor ein Pulverfass. Täglich kommen Menschen um, weil sie nicht in das faschistische Selbstbild der Ummah passen. Besonders bedroht sind nach wie vor emanzipierte Frauen (Ehrenmorde), Homosexuelle (Todesstrafe), sowie Apostaten, Zweifler und Atheisten (Lynchjustiz) in der islamischen Welt. Nicht zu vergessen ist die dauerhafte Bedrohung für Christen, Juden und andere Andersgläubige.
 
Die Getöteten der Redaktion Charlie Hebdo waren der Wartungstechniker Frédéric Boisseau, der Herausgeber und Zeichner Stéphane Charbonnier, die Zeichner Jean Cabut, Bernard Verlhac, Philippe Honoré und Georges Wolinski, der Wirtschaftswissenschaftler und Mitinhaber der Zeitschrift Bernard Maris, der Lektor Mustapha Ourrad, der Kultur-Veranstalter Michel Renaud, die Psychiaterin und Psychoanalytikerin Elsa Cayat und der Personenschützer Franck Brinsolaro. Verletzt wurden elf weitere Personen. Der Polizist Ahmed Merabet wurde während der Verfolgungsjagd getötet und ein weiter Fußgänger angefahren. In einem jüdischen Supermarkt nahm ein weiterer Täter zwei Tage später Geiseln um die Freilassung seiner Mörderfreunde zu erpressen. Bei dieser Geiselnnahme starben vier weitere Personen: Yohan Cohen, Yoav Hattab, Phillippe Braham und Francois-Michel Saada.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Ja zum vollständigen Hisbollah-Verbot! Nein zu Islamismus-Appeasement und Antisemitismus auch in der LINKEN!

Gemeinsame Erklärung von BAK Shalom und LAK SISYPHOS Thüringen zu den Äußerungen der LINKEN-Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler.

Am 6. Juni, wenige Tage nach dem auf dem Al-Quds-Marsch in Berlin wieder tausende Islamisten aufmarschiert und die Zerstörung Israels gefordert hatten, diskutierten die Fraktionen der im Bundestag vertretenden Parteien einen Antrag der das vollständige Verbot der libanesisch-islamistischen Partei Hisbollah (arabisch für „Partei Gottes“) in Deutschland vorsah. 

Diese Organisation „ist weitestgehend als ein Ableger der iranischen Politik zu betrachten. Sie wurde vom Iran ins Leben gerufen und wird von ihm im Wesentlichen finanziert, ausgerüstet und ausgebildet. Das geschieht nicht uneigennützig. Denn der Iran bedient sich der Hizballah nicht nur zur Verbreitung der Islamischen Revolution im Libanon, sondern auch dazu, Gegner des islamischen Regimes des Iran mit militanten Mitteln zu bekämpfen.“[1] - so das Berliner Kammergericht in seinem Urteil zum Mykonos-Attentat, bei welchem im Jahr 1992 vier Kurden durch Kader der Hisbollah mitten in Berlin ermordet wurden. Auch in anderen Ländern verübte die Hisbollah Terrorakte, so starben zum Beispiel 1994 bei einem Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum von Buenos Aires 80 Menschen und über 300 wurden verletzt. Im selben Jahr noch gab es einen Anschlag auf die israelische Botschaft in London mit 20 Verletzten und erst 2012 starben 6 Menschen bei einem Selbstmordattentat im bulgarischen Burgas. Da die Hisbollah aber im Libanon ein Akteur ist, der nicht nur militärische, sondern auch politische Macht besitzt und bspw. seit dem Ende des Bürgerkrieges als Partei zu den Parlamentswahlen im Zedernstaat antritt, Kader der Hisbollah also zu den Repräsentanten des libanesischen Staates gehören, ist in der Mehrzahl an westlichen Staaten nur der militärische Flügel als Terrororganisation verboten. Diese Trennung in politischen und militärischen Arm ist nicht auch aus Sicht der Hisbollah selbst unsinnig da beide Flügel eine gemeinsame Führungsebene besitzen, es erleichtert ihr zudem die Durchführung von terroristischen Aktionen.[2]

Alles in allem vertrat der Antrag damit also ein Anliegen, dessen Umsetzung nicht nur sinnvoll, sondern geradezu dringend geboten wäre. Käme der Antrag nicht von der AfD.

Nun könnte man selbstkritisch hinterfragen, warum es den Rechtspopulisten überlassen bleibt, dieses wichtige Thema auf die bundesdeutsche Agenda zu setzen. Ebenfalls könnten die anderen Fraktionen, wie schon bei der Resolution gegen BDS geschehen, einen eigenen, besseren Antrag vorlegen, der zum Beispiel neben dem kurzfristig zu realisierenden Verbot in Deutschland langfristig eine europäische Lösung anstrebt um die Aktivitäten der Hisbollah auf dem Kontinent endgültig zu unterbinden. Oder aber man entscheidet sich aufgrund der Antragsteller die Beschäftigung mit der Problematik gänzlich auszublenden. Mit Bedauern stellen wir fest, dass sich die demokratischen Parteien für letzteres entschieden haben, exemplarisch wollen wir das im folgenden an der Rede der LINKEN-Abgeordneten Kathrin Vogler darstellen.

Donnerstag, 28. März 2019

Bukoantrag: A4 - Solidarität mit der iranischen Opposition – Kampf dem iranischen Regime

Vom 5. bis 7. April findet wieder der alljährliche Bundeskongress des Jugendverbandes "Linksjugend ['solid]" statt. Wir dokumentieren hier den aus unserer Sicht wichtigsten inhaltlichen Antrag, an dessen Erstellung auch Mitglieder unseres LAKs beteiligt waren.


A4 - Solidarität mit der iranischen Opposition – Kampf dem iranischen Regime

Antragsteller/in: BAK Shalom

Der Bundeskongress möge beschließen

Zum 40. Geburtstag des iranischen Regimes wird der Bundesverband der Linksjugend eine Reihe von Aktivitäten entfalten, um den Basisgruppen, Landesverbänden und Bundesarbeitskreisen Solidaritätsarbeit mit der iranischen Opposition zu erleichtern und klar Position gegen das Regime zu beziehen. Dazu wird sich bei Beschluss des Antrags eine Kommission Projekt-AG aus allen Freiwilligen gründen, die in Kooperation mit dem BSPR verschiedene Maßnahmen starten wird. Konkret sind diese Maßnahmen:
  1. Die Veröffentlichung und Verbreitung der unten angehängten Erklärung.
  2. Die Kommission Projekt-AG wird in Kooperation mit dem Bundessprecher*innenrat auf Grundlage der angehängten Erklärung eine Pressemitteilung verfassen, um die Positionierung der Linksjugend bekannt zu machen.
  3. Die Kommission Projekt-AG wird in Kooperation mit dem Bundessprecher*innenrat die Erstellung eines Flyers zum Thema organisieren und diesen Flyer in ausreichender Auflage den Landesverbänden und Basisgruppen zur Verfügung stellen.
  4. Die Linksjugend wird auf dem nächsten Bundesparteitag der LINKEN einen Solidaritätsantrag mit der iranischen Opposition stellen, für welchen die beschlossene Erklärung als Grundlage dient und diese Unterstützung mittels einer Pressemitteilung öffentlichkeitswirksam kommuniziert.
  5. Die Linksjugend stellt ein Budget von 1.000 Euro bereit, um Veranstaltungen von Basisgruppen zum Themenkomplex Iran mit bis zu 200 Euro zu bezuschussen. Auf dem Sommercamp oder der Winterakademie wird eine Workshopphase zum Thema stattfinden.
  6. Die Kommission Projekt-AG wird in Kooperation mit dem Bundessprecher*innenrat beauftragt, zu prüfen, ob ein Grußwort exiliranischer Oppositionsgruppen zum nächsten Bundeskongress möglich ist.

Anlage 1: Erklärung der linksjugend ['solid] zum Iran

Dieses Jahr jährt sich die islamische Revolution im Iran zum 40. Mal. Durch diese Revolution wurde ein islamistisches Regime etabliert, welches die Rechte von Frauen, Arbeiter*innen, Homosexuellen, Andersgläubigen und insbesondere linken Oppositionellen mit Füßen tritt:
Hinrichtungen von Schwulen stehen im Iran auf der Tagesordnung, streikende Arbeiter*innen werden kriminalisiert und teilweise sogar mit der Todesstrafe belegt und Frauen werden unter das Kopftuch gezwungen. Die einfache Bevölkerung leidet unter der Armut, die dadurch verursacht ist, dass das Regime unfassbare Geldmengen in Rüstungsprojekte und die Finanzierung antisemitischer Terrorgruppen wie der Hamas pumpt, während die eigene Bevölkerung hungern muss.International sucht das iranische Regime den Schulterschluss mit anderen Reaktionären und Antisemiten, finanziert im ganzen Nahen Osten islamistische Terrorgruppen und veranstaltet Holocaust-Leugnungs-Konferenzen mit europäischen Neonazis. Dabei sind Hoffnungen in den angeblich gemäßigten Präsidenten Rohani oder auf Verhandlungen mit dem Regime illusorisch: Auch unter Rohani werden grundlegende Menschenrechte mit Füßen getreten. Die einzige Hoffnung ist ein Sturz des Regimes durch die iranische Bevölkerung und die Abschaffung des undemokratischen Systems.
Die Solidarität der linksjugend ['solid] gilt deshalb der iranischen Opposition, sowohl im Exil als auch vor Ort. Die jüngsten Protestwellen zeigen: Die Unzufriedenheit mit dem Regime ist enorm und das Potential für einen Wandel ist vorhanden, jedoch setzt das Regime brutale Mittel ein, um an der Macht zu bleiben. Hier ist mehr internationale Solidarität mit der iranischen Bevölkerung und mehr internationaler Druck auf die Machthaber in Teheran erforderlich.

Begründung:

Im Iran gibt es immer wieder Kämpfe von fortschrittlichen Kräften gegen das brutale islamistische Regime und für einen sozialen, säkularen und demokratischen Wandel. Diese Kämpfe wurden, von einigen löblichen Ausnahmen abgesehen, von der deutschen Linken weitgehend ignoriert. Wir halten das für ein enormes Problem und wollen mit diesem Antrag diese Lücke mit mehreren wirksamen Handlungsvorschlägen schließen. Durch die beantragten sechs Maßnahmen ergreift die Linksjugend das Problem auf mehreren Ebenen an: Sie solidarisiert sich selbst mit dem Kampf gegen das islamistische, antisemitische, frauenverachte, homosexuellenfeindliche und arbeiter*innenfeindliche Regime und kommuniziert dies klar und wirksam nach außen, sie macht Druck in der Partei, dass diese diese lange überfällige Positionierung auch klar vertritt und sie unterstützt Basis der Linksjugend, selbst zu diesem Themenfeld aktiv zu werden.
Damit macht die Linksjugend ihre internationalistische Ausrichtung klar und zeigt: Wir sind nicht nur gegen faschistische Kräfte, wenn sie deutsch sind. Auch gegen Faschisten islamistischer Ausrichtung beziehen wir klar Position, und diese Position beschließen wir nicht nur, nein, wir treten auch aktiv für sie ein. Damit ist dieser Antrag ein Schritt auf dem Weg, den Beschluss vom letzten Bundeskongress, aktiv gegen Islamismus einzutreten, in die Realität umzusetzen, und damit einen blinden Fleck großer Teile der Linken in Deutschland anzugehen.

Mittwoch, 27. Februar 2019

Identität statt Kritik – Abgesang eines einstmals feministischen Bündnisses

Erwiderung auf das Statement des F*KT-Bündnisses Thüringen bezüglich ihres kritikwürdigen Logos

Vor knapp einem Jahr schrieben wir eine ausführlichere Kritik am Logo des Thüringer F*KT Bündnisses, bei welcher wir herausstellten, dass es sich bei der islamischen Verschleierung um ein äußeres Mittel zur Triebregulierung handelt welches Männer vor den "unwiderstehlichen Reizen" der Frauen schützen solle. Er steht damit für ein sexistisches und misogynes Gesellschaftsbild in welchem den Individuen beider Geschlechter die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und sexuellen Mäßigung abgesprochen wird.
Gleichzeitig lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen dem Aufstieg des Islamismus und der Zunahme von verschleierten Musliminnen erkennen. Der Schleier ist damit gleichzeitig ein Symbol von islamistischer Herrschaft und zudem eines ihrer effektivsten Herrschaftsinstrumente welches weltweit gegenüber Frauen mit Gewalt durchgesetzt wird. Wir schlossen unsere Ausführungen mit folgender Conclusio:

Solange weltweit Frauen systematisch unter den islamischen Schleier gezwungen und bei Verstößen terrorisiert werden, sollte völlig klar sein dass er schlicht ungeeignet ist um werbend für eine feministische Veranstaltungsreihe wirken zu können. Statt islamistische Symbolik zu affirmieren wäre ein Schulterschluss mit den im Iran für Freiheit und universelle Menschenrechte streitenden Frauen angebracht. Für diese muss jedoch die aktuelle Logowahl des Thüringer Bündnisses wie ein Schlag ins Gesicht wirken.“ (http://sisyphos-thueringen.blogspot.com/2018/03/zum-reaktionaren-charakter-des.html)

Nun hat es das Bündnis – nachdem die Kritik dieses Jahr neu aufflammte – endlich vollbracht eine Rechtfertigung für das Logo zu verfassen. Leider wird darin deutlich, dass dem Bündnis jede Fähigkeit zur Reflexion fehlt. Im folgenden wollen wir uns einige Passagen des Textes herausnehmen um dies zu veranschaulichen. 

Mittwoch, 13. Februar 2019

Veranstaltungsreihe: »40 Jahre Islamische ‚Republik‘ Iran«

 »40 Jahre Islamische ‚Republik‘ Iran – kritische Beiträge zum Regimegeburtstag«
 
Veranstaltungsreihe in Thüringen
 
16. März - 26. April 2019



Schluss mit dem Appeasement!

Die Ausrufung der „Islamischen Republik Iran“ Anfang April 1979 steht als historische Zäsur für den Wandel des Islamismus von einer Massenbewegung zu einer staatlichen Ideologie. Mit  gravierenden Auswirkungen für die Bevölkerung des Irans: Frauen wurden aus dem öffentlichen Leben verdrängt und ethnische wie religiöse Minderheiten werden seitdem unterdrückt. Die Flucht ins Exil war für viele Oppositionelle die einzige Möglichkeit, um ihrer Hinrichtung zu entgehen.
Doch trotz aller Repressalien regt sich seit Ende 2017 erneut Widerstand. Ziviler Ungehorsam im Alltag, Studierendenproteste und Streiks stellen das Land auf den Kopf und bringen die Mullahs in Bedrängnis.
Den mutigen Männern und Frauen, die tagtäglich ihr Leben im Kampf gegen die Islamisten riskieren, widmen wir diese Veranstaltungsreihe und wollen auf deren gerechte Sache aufmerksam machen, auf dass das Appeasement mit dem mordenden Regime hierzulande baldigst sein Ende finden möge!

Link zur FB-Veranstaltung der kompletten Reihe: https://www.facebook.com/events/376081239875230/

Montag, 18. Juni 2018

»Mit Antisemiten kann es niemals Frieden geben!«

Nachtrag einer überfälligen Gegenrede zum Beschluss des Bundesparteitags der Partei DIE LINKE. "Völkerrecht einhalten - Atomabkommen mit dem Iran beibehalten"[1]

Es sollte Geschlossenheit ausstrahlen, was die beiden Vorsitzenden von Bundestagsfraktion und Partei am 9. Juni in Leipzig gemeinsam zur Abstimmung stellten: Per Eilverfahren verabschiedete die große Mehrheit der versammelten Delegierten des Parteitags (die Gegenstimmen waren einstellig) einen Antrag mit dem Titel "Völkerrecht einhalten - Atomabkommen mit dem Iran beibehalten". Die dabei schon im Titel angelegte Schwachsinnigkeit (Als würde der Iran nicht bereits trotz des Atomabkommens permanent gegen geltendes Völkerrecht verstoßen - man denke nur an sein militärisches Engagement in Syrien, wo er gemeinsam mit der von ihm unterstützen Hisbollah Truppen im Süden des Landes stationiert hat oder an den Bürgerkrieg im Jemen, wo die vom Iran unterstützen Huthi-Rebellen faktisch die Kontrolle über das Land errungen haben und die Zeichen derzeit auf die Vorbereitung eines Genozids an den Bahai hinweisen [2]) wird dabei nur noch durch den unglaublich defizitären Forderungskatalog übertrumpft. Der zentrale Punkt des Antrages ist die Aufforderung an die Bundesregierung, am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten, nachdem Trump in einem unerwartet antifaschistischen Moment dieses Abkommen am symbolträchtigen Tag des 8. Mais aufgekündigt hatte.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zur Kritik des Islamismus

Der Islamismus zählt zu jenen regressiven Krisenbewältigungsstrategien welche als Reflex auf die Moderne, mit dem Ziel ihrer Abwehr, auftraten. Die Forderung seiner Anhänger ist keine geringere als die radikale Neuausrichtung der Gesellschaft anhand der heiligen Texte des Islams. Wie bei solchen Ideologien üblich zählt zwar die Thematisierung der destruktiven Symptome von Moderne und Kapitalismus jedoch nicht die Analyse der endogenen Ursachen für diese Krisen zum Instrumentarium seiner Anhängerschaft. Regressive Ursachenbenennungen und die Konstruktion von Feindbildern sind somit zwangsläufig fester Bestandteil islamistischer Ideologie. Nach „innen“ äußert sich dieses Feindbild im Hass auf Zweifler und Apostaten und auf alle anderen welche ihr Leben nicht durch die strengen religiösen Doktrinen der islamischen Gemeinschaftsideologie bestimmt wissen wollen und individuelle Freiheit und universelle Menschenrechte für sich und andere einfordern. Nach „außen“ mündet diese regressive Ursachensuche in einem antisemitischen Welterklärungsversuch, der sich zu einem verschwörungsideologischen Gebäude ausformt, demgemäß der „Westen“ und Israel die Verantwortlichen der inneren Krise seien, in welcher die islamische Welt seit mehreren Jahrhunderten verharrt.

Islamisten - zumindest solange sie nicht die Kontrolle über die staatlichen Institutionen besitzen - versuchen ihre Ziele nicht zwangsläufig mittels physischer Gewalt durchzusetzen. Auch ganz legalistische Gruppen trachten nach der Errichtung eines islamischen Staats.Ein Beispiel dafür wäre das Islamische Zentrum Hamburg (IZH), welches sich innerhalb des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) organisiert. Diese radikalislamische schiitische Institution steht in direkter Verbindung zum Regime der Ayatollahs im Iran und ist Organisator des am 09. Juni in Berlin stattfindenden antisemitischen Al-Quds-Marsches.

Um über die aktuellen Gefahren islamistischer Gemeinschaftsideologien aufzuklären haben wir Justus Wertmüller, Redakteur der ideologiekritischen Zeitschrift Bahamas, zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung eingeladen.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der begrenzten Raumkapazitäten bitten wir interessierte Personen um eine Anmeldung per Mail: sisyphos@solid-thueringen.de

Beginn: 01.06.2018 ca. 19 Uhr

Ort: Jena (wird nach der Anmeldung bekannt gegeben)




Montag, 9. April 2018

Bukoantrag: Positionierung gegen Islamismus

Anbei dokumentieren wir einen Bukoantrag den wir als Landesarbeitskreis ['sisyphos] zur Behandlung auf dem kommenden Bundeskongress der Linksjugend ['solid] eingereicht haben und um dessen Annahme wir dort streiten wollen.

Update 15.04.2018: Mit einem Stimmverhältnis von 75 Für- zu 64 Gegenstimmen wurde der Antrag von einer Mehrheit des Bundeskongresses angenommen.

Positionierung zum Islamismus

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland" - Diese hohle Phrase konnte man im vergangen Monat in großen Lettern in den Zeitungen des ganzen Bundesgebietes lesen. So unwahr und dämlich dieser Spruch des neuen Heimatministers Horst Seehofer auch ist, er steht symptomatisch für eine verkorkste Debatte über Islamismus die vom Großteil der Diskussionsteilnehmer_innen am Thema vorbei geführt wird. Als größter linksradikaler Jugendverband dieser Republik ist uns nicht daran gelegen bestimmen zu wollen, was zu Deutschland gehören mag und was nicht. Wir wollen uns in die Debatte um den politischen Islam einmischen und uns jeder Hetze - der rechten Fremdenfeindlichkeit, dem genuinen Rassismusvorwurf an Islamismuskritiker_innen, und dem Hass der Islamisten auf Ungläubige oder Minderheiten - entgegenstellen.
Da ein Antifaschismus auf Höhe der Zeit die individuelle Freiheit jedes Menschen gegen alle verteidigen muss, die sie einzuschränken versuchen, ist uns an einer materialistischen Kritik an den Phänomenen des politischen Islams gelegen. Geboten ist sie allemal: Während im Iran Homosexuelle an deutschen Baukränen aufgehangen werden und die Hamas in Israel Raketen auf Zivilgebiete abfeuert, marschiert der deutsche Handels- und NATO-Partner Türkei in Nordsyrien gemeinsam mit lokalen Djihadisten ein, welche insbesondere die kurdische und jesidische  Bevölkerung in enormem Umfang bedrohen. In Ländern wie Indonesien, wo bisher gemäßigte Formen des Islams vorherrschten, sind radikale Kräfte massiv auf dem Vormarsch, und auch in Europa arbeiten islamistische Bewegungen zielgerichtet - sei es durch Akte des Terrors oder aber ganz legalistisch über die Lobbyarbeit in den Islamverbänden.

Mittwoch, 7. März 2018

Zum reaktionären Charakter des islamischen Schleiers.


Statt Affirmation islamistischer Symbolik – Solidarität mit den für Freiheit und Menschenrechte streitenden Frauen im Iran – nicht nur am 8. März!


Was haben der Sportbekleidungshersteller Nike, der Barbieproduzent Mattel und das Frauen*kampftagsbündnis in Thüringen miteinander gemeinsam? Richtig: Sie alle halten die islamische Verschleierung für total unproblematisch. Zum frauenunterdrückenden Charakter des islamischen Schleiers ein Debattenbeitrag des LAK ['sisyphos].